Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.
Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.

Malawi

Barefoot Camp - Lilongwe

Die beiden Chefs (Rudolph & Louis, erstes Bild) haben wir zufällig in Tete kennengelernt, sie waren auf dem Weg von Südafrika nach Malawi, wo sie sich eine neue Zukunft aufbauen. Sowas unterstützt man doch gerne, also haben wir einen kurzen Besuch eingeplant, unsere Route führt eh hier vorbei. Dank Internet hören wir Bundesliga, danach geht’s in die Bar. Kyle, der Koch, macht uns das beste Curry, das wir bisher essen durften. Das ist dann auch eine gute Grundlage, alle Gäste sind in bester Stimmung, das Bier fließt in Strömen. Und Moses, der Mann hinter dem Tresen, fragt nie, ob man noch eines möchte. Ist ein Glas halbleer, steht schon das neue Bierchen da. Gegen später spielen wir noch ein paar Runden Dart, ein lustiger Abend, wir sind froh, dass wir mit dabei sein dürfen.

 

Der Riese, der Elke auf dem linken Arm trägt, betreibt eine Macadamia Plantage mit einer Fläche von 1.000 Hektar. Er möchte noch etwas ausbauen und in zwei Jahren die größte Anbaufläche der Welt für die leckeren Nüsse haben. 

Lilongwe - Besuch des Wildlife Centers

In der malawischen Hauptstadt besuchen wir das Wildlife Center. Hier werden Tiere ohne Eltern, illegal gehaltene Tiere, verletzte Tiere versorgt und, wann immer möglich, wieder ausgewildert. Ein sehr großes Gelände innerhalb der Stadt, die an sich schon sehr grün ist. Wir staunen, auch Tiere, die in Europa aufgefunden werden, kommen teilweise hierher. Was für ein Aufwand! Um die Arbeit zu unterstützen, adoptieren wir für unsere Kinder ein paar Tiere. Spotty, die Eule, wird wieder in die Freiheit entlassen. Die beiden Krokodile stammen aus einem Zoo, sind Menschen gewohnt und können deshalb nicht mehr in die Freiheit entlassen werden. Damit wären Zusammenstöße mit Menschen praktisch vorprogrammiert. Eine supertolle Einrichtung, hoffentlich kommt immer genug Geld rein, damit die Arbeit fortgesetzt werden kann.

Malawi - See

Nördlichster Punkt unserer Reise, und seit vielen Jahren auf der Liste. Nun hat es endlich mal geklappt! Fast 3x so groß wie der Bodensee, ganz sicher aber wichtiger für die Ernährung der Menschen hier als für die Touristen. Wir kämpfen uns durchs Örtchen, das ganz sicher nicht für Baboo geeignet ist. Und so bekommt unser Mobil mal wieder etwas Patina in Form von Streifen durch Äste. Das lässt sich nicht verhindern, die Alternative wäre dann einfach wegbleiben.

 

Wir kommen im Camp Cool Runnings unter, stehen auf dichtem Rasen und haben Schatten durch schöne Bäume. 

 

Wir verbringen ein paar erholsame Tage mit Nichtstun, Lesen, Spaziergängen am Strand. Bei den Fischern, die auch mit großer Handwerkskunst ihre Boote selbst bauen, könnte man tolle Bilder machen. So richtig willkommen sind wir dort aber nicht, wir werden etwas argwöhnisch beäugt. Das verstehen wir aber, verzichten auf Fotos, und wandern in die andere Richtung. Die deutschen Fischer an der Nodsee wären sicher auch nicht anders drauf, wenn ein paar blöde Touristen zwischen ihren Netzen herumlaufen würden.

Liwonde NP

Wir kommen vom Süden, Liwonde liegt quasi auf der Strecke. Viel gehört haben wir von Liwonde noch nicht, umso mehr überrascht uns, was wir vorfinden. Das Camp ist einfach herrlich. Man steht unter tollen Baobabs, und man hat keine direkten Nachbarn. Einer ist noch mit dem Zelt da, dann noch ein paar Leute, die ein Zelt oder eine Hütte gemietet haben. Und nach dem Wochenende sind wir fast allein. Strom gibt es nicht, brauchen wir auch nicht. Tagsüber kann man Akkus laden, der Strom kommt von Solarzellen. Auch in den Duschen ist es so,auf jedem Dach sieht man kleine Panels.

Die Buschküche hat es uns schwer angetan. Tolle Sache, hier kochen sie mit einfachen Mitteln einfaches, aber sehr leckeres Essen.

Natürlich kann man hier auch an einem Gamedrive teilnehmen. Die ganze Reise haben wir noch keinen Elefanten gesehen, das soll sich ändern. Zuerst bestaunen wir den alten Landcruiser, der tatsächlich Holztüren hat. Eigentlich viel zu schade für den Busch, der gehört eher ins Museum.

Wie die Bilder zeigen, gibt es in dem kleinen Nationalpark auch Tiere. Wenn man aber da etwas verwöhnt ist, haut das einen nicht um. Großkatzen gibt es, Löwen und Geparden, leider haben wir an dem Tag aber kein Glück.

 

Die Landschaft aber ist grandios. Sehr viel Wasser, aufgrund der Jahreszeit alles herrlich grün, ein Besuch lohnt auf jeden Fall.  

Das oben ist ein Elefant, und unten sind (vermutlich) Schwarzstörche zu sehen.

Blantyre

An der Grenze werden wir uns nicht einig. Einmal 100$, dann 150$. Und Quittungen sind ausgegangen. Also bekommen wir erstmal keine Visa, dafür aber ein Papier, das uns durch die zahlreichen Polizeikontrollen bringt. Dann gehen wir aufs Headquarter of Immigration, wo wir dann den Overkill afrikanischer Organisation abbekommen. 30 Minuten nach offiziellem Feierabend halten wir dann die Visa in den Händen. Vor der Dunkelheit reicht es gerade noch zu einer Lodge, zumindest nennen sie es dort so. Eine etwas radikale Einfahrt ist zu bewältigen, dann haben wir unser Plätzle für die Nacht. Wir bestellen noch ein einfaches Essen, das ewig dauert, und hernach den Eindruck erweckt, wie wenn sie das Zeug vom Imbiss ums Eck geholt haben. Egal, der Hunger treibt es rein.

Autofahrerei...

So sieht es seit dem Betreten von Malawi eigentlich immer aus. Noch nie haben wir so viele Menschen an und auf der Straße erlebt. PKW kann sich fast niemand leisten. Wer Glück hat, kann sich mit dem Fahrrad fortbewegen. Das Fahren strengt hier ziemlich an. Man kann nie entspannt fahren und nebenher etwas die wunderschöne Landschaft bestaunen. Neben den vielen Leuten machen es die oftmals richtig derben Schlaglöcher auch nicht einfacher. Man muss oft bremsen oder Slalom fahren. Zügig kommt man selten voran.