Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.
Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.

Blog Südafrika Teil 2

News stehen oben... 

Karoo Nationalpark

Mal wieder in der Großen Karoo, wir lieben die Landschaft hier sehr. Der Karoo NP ( 800 qkm )deckt nur einen kleinen Teil der großen Wüste / Halbwüste ( 500.000 qkm, fast 1/3 der Fläche Südafrikas ) ab, jedoch einen superhübschen. Die Richtung Meer liegenden Bergketten sorgen dafür, dass Wolken abgehalten werden, und so ist das Land hier supertrocken. Karoo bedeutet in der Sprache der Ureinwohner "Platz des Durstes". Berühmt ist die Karoo für die hier gezüchteten Schafe. Die Tiere müssen mit wenig auskommen, haben das aber gelernt, und so ist die Karoo für ganz Südafrika der Hauptversorger für Fleisch. Die üblichen Wüstentiere gibt es hier auch, wir haben mehr Glück als vor einigen Jahren. Auf einer etwas holprigen Fahrt genießen wir die Landschaft und die Tierwelt. Das kleine Camp, in dem man fast so eng steht wie in Europa, ist jedoch mit einem Stromzaun gesichert. Hält die Löwen ab, die 18 Schlangenarten, die es hier gibt, natürlich nicht. Wir begegnen aber dennoch keiner, die meiden uns Menschen halt auch. Am Tag unserer Abreise haben wir doppelt Glück. Erstens erleben wir die Berge im weichen Morgenlicht, und zweitens laufen uns ein paar Löwen über den Weg, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Bissle Dusel muss halt sein.

Swartberg Pass

Wir fahren Richtung Pass und kommen zu einem Schild, das schweren Fahrzeugen die Weiterfahrt untersagt. Gewichtsangabe gibt es keine, und wir halten Baboo für relativ leicht, also fahren wir weiter. Viel später kommt ein Schild, das besagt, dass Fahrzeuge über 7 m Länge nicht weiter dürfen, da ist es uns dann aber schon zu blöd umzukehren. Es ist etwas Heckmeck, mit dem LKW über den Pass zu fahren, dafür wird man jedoch mit dem Ausblick auf spektakuläre Landschaft belohnt. Zum Glück fahren heute nur wenige Fahrzeuge dort, Ausweichmöglichkeiten bei Gegenverkehr sind rar.

Cango Caves

Wir beziehen ein Camp südlich der Cango Caves, und das ist so, wie es uns gefällt: jede Menge Platz, und niemand da, als wir ankommen. Anschließend besuchen wir die spektakulären Höhlen, und der Besuch lohnt sich wirklich. Ingesamt ist das Höhlensystem 5,4 km lang, damit ist es auch weltweit, ziemlich weit vorne. Die Formationen sind wunderschön, und ganz frisch sind sie auch nicht, sie sind zwischen 270.000 und 1,5 Millionen Jahre alt. Als wir zurückkommen, haben wir einen Nachbarn bekommen, er steht gut 150 Meter weg. Wegen Baboo müssen wir Rede und Antwort stehen. Dafür erfahren wir auch, dass er ein geheimes Konto auf einer Kanalinsel hat und da sein im Ausland verdientes Geld bunkert. Wir petzen nicht.

Am nächsten Tag besuchen wir unsere Freunde Nathalie & Brad. Es wird gegrillt und wir dürfen zwei Höchstleistungen bestaunen. Brad am Grill, die Menge der Langustenschwänze ist beachtlich, und sie schmecken grandios. Und seinen Hund, der seine Aufgabe, die Bude zu bewachen, sehr ernst nimmt und versucht, Angreifer schon zu entdecken, bevor sie das Grundstück betreten. Seine Sprungkraft ist spektakulär.

 

Nun verabschieden wir uns von der Kapregion, wir fahren gen Swellendam und besuchen den Bontebok Nationalpark. Klitzeklein, nur 20 qkm, aber wunderschön. Er wurde zum Schutz der herrlichen Buntböcke etabliert, die wir auch gleich zu Gesicht bekommen. Wir sind in einem kleinen Paradies, schwimmen im Fluss, und am Abend gibt´s leckere Steaks vom Grill.

 

Weiter geht´s gen Wilderness. Leider ist das Camp nicht am Meer. Also ziehen wir am nächsten Tag weiter an die Buffelsbaai, und wir kommen an einen Strand, den wir durchgehen lassen, weil es viel Sand und wenig Mensch gibt. Draußen entdecken wir im Wasser Rückenflossen, da sind Delfine, die es in der Brandung richtig krachen lassen.

 

Ein paar km weiter ist Knysna, und als wir unseren Platz für die Nacht beziehen, steht da ein Mobil, das wir kennen. Es gehört Susanne und Christian, wir haben sie letzten November am Brandberg in Namibia schon mal getroffen. Wir sitzen am Abend lange zusammen. Zwei sehr nette Leute, von denen wir hoffen, dass sich die Wege mal wieder kreuzen.

 

Es ist dann leider Regen angesagt, am Morgen nieselt es schon. Wir geben unseren Plan auf, zum Wandern in den Tsitsikamma Nationalpark zu fahren. Wir wollen nicht ein paar Tage im Regen sitzen und auf Besserung hoffen, also fahren wir nach Oudtshorn. Die Rechnung geht auf, die Bergkette wirkt wie eine Wand, die das schlechte Wetter abhält. Als wir drüber sind, wird es schlagartig besser, wir haben Temperaturen bis 38 Grad. Vorher müssen wir uns aber noch über einen Pass durch den Nebel kämpfen, was aber ne leichtere Übung ist. Auf der anderen Seite haben wir dann einen impossanten Ausblick auf die Berge, durch die sich die Wolken zu kämpfen versuchen. Das klappt nicht, und das ist auch gut so. Eine Begegnung haben wir unterwegs noch an einem Farmstall, Baboo bekommt nette Nachbarschaft, ein Rolls Royce Cabrio.

Leute, bei denen ein Fläschle Wein nen Monat reicht, müssen nun sehr stark sein. Aber: wir waren es in den letzten Tagen auch...

 

Nun überschlagen sich nämlich etwas die Ereignisse. Die erste (und insgesamt dritte) Weinprobe machen wir noch alleine, dann treffen wir unsere Freunde Petra und Ralph. Der Tag passt, am Abend ist in Stellenbosch was geboten, und am nächsten Tag auch. Das sind in Stenoform die Events, die wir innerhalb von 2 Tagen erleben dürfen.

 

Leopards Leap / Weinprobe mit 7 Weinen

Stellenbosch Street Soiree / Straßenfest mit Weinprobe 12 Weine

Uva Mira / Weinprobe mit 4 Weinen

Huskell / Weinprobe mit 3 Weinen

Rust & Vrede / nur gucken, zu schwach für 3. Weinprobe an einem Tag

Spier / 3 Weine und passende Schokolade

 

Man könnte jetzt Seiten schreiben, das muss aber auch nicht sein, die Bilder erzählen ja die Geschichten. Zwischen den Weinproben gibt´s die eine oder andere leckere Mahrzeit, und zwischendrin sind wir auch mal bei unseren Freunden zuhause und relaxen etwas. Am Abend machen wir uns auf zu einem herrlichen Flecken, von dem aus man eine super Aussicht auf die Falsebay hat. Dann wird noch toll gekocht und wir trinken zum Sonnenuntergang noch einen kühlen Bubbly, der farblich bestens zum Horizont passt. Dann heisst es Abschied nehmen, Petra und Ralph, habt vielen Dank!

 

Inzwischen sind wir schon etwas vom vielen Wein gezeichnet, und so langt es heute gerade mal eine Miniprobe mit nur 3 Weinen, die jedoch echt klasse sind und bestens zur gereichten Schokolade passen. Wir bleiben heute Nacht bei den African Overlanders. Hier sieht es etwas unorganisiert aus, das soll für die eine Nacht aber mal egal sein. Und heute gibt´s auch keinen Wein mehr, jetzt ist mal gut.

Vrede en Lust Winery / Paarl

Das ist nun der totale Kontrast... Hier geht es superedel zu, das Weingut wird in der 17 Generation betrieben. Kapholländische Häuser stehen in einem Park, alles grenzt direkt an die Weinberge an, und im Hintergrund ist die Legende, der Helderberg, zu sehen. Wir sind im Herzen des Weinlandes, setzen uns auf die Terasse und machen eine Weinprobe, es ist 10:30. Aus 12 Weinen sucht man sich die 6, die man probieren möchte, aus. Entweder ist alles gut, oder wir haben zufällig gut gewählt. Besonders schmecken uns der Sauvignon Blanc und der Malbec. Zur Info haben wir mal ein Bildle von der Rechnung gemacht, 140 Rand sind 9 €, also 4,50 € je Kopf, da kann man nicht meckern. Danach sind wir ziemlich guter Laune, gleich Baboo bewegen, das geht natürlich nicht. Also geht´s zum Lunch, und danach kann man auch wieder Auto fahren. Das machen hier alle Leute so, und offenbar nimmts die Polizei locker. Wir haben auch nur 13 km bis zu unserem Platz für die Nacht.

 

Wir schlafen bei der holländischen Mühle, danke für den Tipp Beate und Gerd!

Willkommen im Schlaraffenland, der Weinregion Paarl, Franschoek, Stellenbosch!

 

Blackpearl Winery / Paarl

Wir fahren direkt auf ein Weingut, wo wir auch ein Plätzchen für die Nacht haben: Blackpearl Winery. Ziemlich beschaulich, und wir erleben die schnellste Weinprobe aller Zeiten. Hier werden nur 3 Weine angebaut, es ist ein kleines Weingut ohne Touristenrummel, und wir können die leckeren Weine mit einer angenehmen Plauderei mit Lance, dem Besitzer, verbinden. Er ist Amerikaner, vor 25 Jahren nach Südafrika ausgewandert, und baut seither Weine an. Auf die Frage, wie er das gelernt habe, antwortet er "was man lesen kann, kann man auch tun, ich habe es mir selbst beigebracht". Die Antwort eines intelligenten Menschen, letztlich muss man ja auch kapieren und umsetzen, was man liest. Lance sagt, dass seine Tochter nun für den Wein zuständig ist, sie hat die Ausbildung und ist "Winemaker". Mit dabei ist auch ein Boerboel, sowas wie ein Kalb mit Reisszähnen, die ursprünglich gezüchtet wurden, um Farmen zu beschützen. Der hier beschützt niemand und will nur gestreichelt werden. Wie das Tier drauf ist, wenn es Nacht wird, wissen wir nicht, und wollen es auch nicht wissen. Der Wein ist gut, wir kaufen mal 6 Fläschle.