Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.
Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.

Blog Südafrika Teil 3

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Update: Landschaft Golden Gate Highlands NP

 

Clarens + Golden Gate Highlands NP

Abschied vom Gariep Dam, ca. 360 km liegen vor uns. Irgendwann kommen wir in Senekal an und müssen feststellen, dass der Caravan Park "Oberammergau" sein Tor geschlossen hat. Wir rufen die Nummer an, die man anrufen soll, die Mailbox geht dran. Wir gehen was trinken, fahren zurück, wieder ist nichts zu machen. Also fahren wir weiter nach Bethlehem und richten uns für die Nacht beim Staudamm ein. Ein kurzer Kontakt mit Peter Föll, und wir brechen doch nochmals auf, Clarens ist das Ziel. Danke, Peterle, für die diversen Tipps. In Clarens gibt es kein offizielles Camp, wir sparen der Polizei Arbeit und parken gleich gegenüber. Dann geht´s zum Abendessen ins "Clementines", und auch der Tipp von Peter ist gut. Man sitzt angenehm, und das Essen ist sehr lecker. Am nächsten Morgen bummeln wir noch etwas durch das sehr europäisch anmutende Örtchen, kaufen Brot und gehen auch noch beim "Roten Hahn" vorbei. Der hat leider noch zu, also gibt es kein Paulaner. 25 km weiter ist der Golden Gate Highlands Nationalpark, eine sehr spektakuläre Landschaft begrüsst uns. Wir stehen auf knapp 1.900 m Höhe, heute Nacht wird es frisch. Das ist gut, letzte Nacht haben wir nicht so richtig gut geschlafen.

Gariep Dam

Hier kommen nur sehr, sehr wenige Touristen her, die Gegend liegt etwas abseits und Südafrika hat landschaftlich so viel zu bieten, dass die Region schlicht untergeht. Aber, wir stehen direkt am erfreulich gefüllten Stausee. 106 Plätze gibt es für Camper hier, 100 sind frei. Zur Hauptsaison wollen wir hier aber nicht sein, es wird nicht ganz wie Bibione im Juli sein, aber angenehm dann auch nicht mehr. Die Strecke zum Damm ist wunderschön, wir verlassen zwar die Karoo, die Landschaft ist aber weiterhin dünn besiedelt und das Fahren ist sehr kurzweilig.

Südafrikanische Campingfahrzeuge...

Mountain Zebra NP

ok, Zebras gibt es hier auch... Es sind, wie es der Name schon sagt, Bergzebras. Sie sind kleiner und unterscheiden sich optisch von den gößeren "normalen" Zebras. Das Schutzgebiet hat man ins Leben gerufen, weil die Tierart massiv vom Aussterben bedroht war. Inzwischen ist das nicht mehr so, seit 2013 sind hier sogar Löwen heimisch. Und was essen die? Richtig, in der Regel Zebras.

 

Unser Highlight aber ist ein Geparden - Tracking. Zusammen mit Leuten aus der Schweiz und Italien fahren wir erst ein paar km. Einige der hier lebenden Großkatzen sind mit einem Sender versehen, den gilt es zu orten. Beim ersten Versuch gibt es wohl ein Signal, was den Ranger aber eher unruhig macht, den Sender hat ein Löwe um den Hals. Nach diversen Fehlversuchen geht´s aber dann zu Fuss weiter, wobei unser Guide mehrfach betont, dass wir keine Geräusche machen sollen, das würde Löwen anlocken, und "we have to avoid lions". Nachvollziehbar, das muss nicht groß erläutert werden. Wir finden dann eine Gepardendame, sie ist die erste, die hier in der Region geboren wurde, und nun hat sie selbst zwei Junge. 8 Wochen sind sie alt, inzwischen kann man sich der Mutter wieder bis auf 20m nähern, vor kurzer Zeit war sie ziemlich aggressiv, das Tracking musste ne Zeit lang eingestellt werden.

Camdeboo Nationalpark / Valley of Desolation

Graaff-Reinet ist quasi vom Nationalpark eingeschlossen. Die Wege sind kurz, und heute wollen wir uns mal das Valley of Desolation ansehen, das "Tal der Trostlosigkeit". Wir fahren 5 km, kommen zum Eingang des NP, wo man uns durchwinkt, das ist mal der positive Teil. Dann kommt aber ein Schild, das die Zufahrt auf Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen begrenzt. Und schon wieder steht man vor der Frage, ob man sich daran hält oder nicht. 3,5 Tonnen haben wir nicht, zumindest nicht pro Rad, also fahren wir weiter. Es geht erst steil, dann supersteil nach oben. Und oben sind nur Parkplätze für PKW. Die Aussicht ist fantastisch, die etwas flexible Auslegung der Regeln wird belohnt. Auf der einen Seite die Stadt, und auf der anderen das Tal, wrklich toll! Die letzten Meter fahren wir dann nicht, weil wir nicht wissen, was uns da erwartet, rückwärts den Berg runter, das muss nun wirklich nicht sein. Leiden muss man dann aber doch etwas, schon allein das Wendemanöver treibt den Schweiss, mit Leitplanken haben sie es hier nicht so. Ebenso die Abfahrt, bei der wir mal wieder über die Motorbremse glücklich sind. Und wir geloben: künftig halten wir uns an die Schilder.

 

Vorhin erzählt uns noch ein Farmer, dass es neulich den ersten nennenswerten Regen seit 6 Jahren gegeben hat, weshalb nun alles grün ist, und auch das Tal seinem Namen nicht gerecht wird. Grüner geht es nicht mehr, trockener aber schon, wie ein Klick auf den Knopf zeigt.

Update 11.2. ...und nun mit Diamantfasan

Es sind allerlei Tiere um uns herum im Camp mitten in der Stadt. Enten, Hühner, und halt auch der Fasan. Wir würdigen das hübsche Tier, auch wenn es kein einheimischer Vogel ist, er lebt normalerweise in Asien.

 

Graaff-Reinet

"one world in one country" - Südafrikas Slogan  - macht es möglich. Früh gucken wir noch Löwen, fahren dann 200 km weiter und landen in Südafrikas viertältester Siedlung, Graaff-Reinet. Ein aufgeräumtes Städtchen mit gut 26.000 Einwohnern. Und mit einem bayerischen Biergarten, in dem wir warmen Apfelkuchen genießen können.